Mittwoch, 7. September 2011

Von Springfield, IL nach St. Louis, MO

Hi guys, how are you?

Uns geht es prima, wir genießen jede Meile auf der Route, auch wenn wir manchmal höllisch aufpassen müssen, dass wir uns nicht verfahren. Einmal einen Wegweiser übersehen und du landest irgendwo zwischen Maisfeldern und ghost farms.

Gestern haben wir den Morgen mit French Toast, scrambled eggs & fried eggs (sunny side up) with bacon begonnen, und zwar im Cozy Dog Drive in. Die "schmusenden Würstchen" sind einfach nur süß anzusehen.


Den Vormittag haben wir dann im Abraham Lincoln Presidential Library and Museum in Springfield, IL verbracht, einem wirklich sehenswerten Museum zu "Abe's" Leben und Wirken.
 

Vor seinem Einzug ins Weiße Haus war Lincoln in Springfield als Rechtsanwalt tätig.


Seine frühere Kanzlei, das Wohnhaus der Familie und seine letzte Ruhestätte können besichtigt werden. 

Doch uns zog es weiter auf die Straße. Dort hieß es wieder "Giant alert", wie uns der neue amerikanische Reiseführer wissen ließ.

Ja, es gab tatsächlich noch einen Reiseführer, den die Reiseplanerin noch nicht kannte. 
:-) Und ein Exemplar des "EZ 66 Guide for travelers" begleitet uns nun. Er ist wunderschön illustriert und hält viele Extra-Tipps bereit, die in unseren deutschen Guides fehlen. Vor allem verweist er auf Alternativrouten, denn im Laufe der Jahre wurde der Straßenverlauf immer mal wieder verändert. Für die Strecke von Springfield nach Gillespie, IL wählten wir die Strecke, wie sie von 1926 -1930 verlief. Das heißt, wir fuhren teilweise auf ...
... Kopfsteinpflaster!

An dieser Stelle mussten wir einfach anhalten. Bei der menschenleeren Straße kein Problem, time for a nap ! :-)

Genau hier telefonierten wir mit unseren Lieben daheim und erfuhren, dass es in Hannover bei ca. 18 ° C gerade mal wieder anfing zu regnen.


In Litchfield, IL hielten wir im Ariston Cafe, einer weiteren Institution entlang der Old Route 66. Hier lernten wir Poppyseed-Dressing (mit Mohn) kennen und hatten den besten Erdbeerkuchen der Welt zum Nachtisch. YUMMY! Ein deutscher Bildband über die Route 66 dient dem Cafe als Gästebuch; Hannoveraner waren vor ein paar Monaten auch schon da. Ehrensache, dass wir uns dort ebenfalls mit verewigten.

In Mt. Olive, IL einer ehemaligen Bergbausiedlung mit großer gewerkschaftlicher Tradition, legten wir noch einen Fotostop an der Soulsby Gas Station ein. Die Besitzer sind besonders stolz darauf, dass in all den Jahren, in denen sie in Betrieb war (1926 -1991), ausschließlich Shell-Benzin ausgegeben wurde.

Kurz vor St. Louis spazierten wir auf der  1929 erbauten Chain-of-rocks-Bridge über den Mississippi, der die Staatsgrenze zwischen Illinois und Missouri darstellt. Eine Zeit lang verlief die Route ebenfalls über die alte Brücke. 1967 wurde parallel eine neue Brücke gebaut, über den nun der Interstate Highway verläuft. Der Abriss der alten Brücke, die in der Mitte einen "22-Grad-Knick" hat, war zum Glück schlichtweg zu teuer, so dass sie bis heute erhalten blieb.

Von der Brücke aus lässt sich bereits die Skyline von St. Louis mit seinem Wahrzeichen, dem Gateway Arch, erahnen.


In St. Louis haben wir ein Zimmer im Drury Inn & Suites Convention Center, nur wenige Blocks vom Gateway Arch und dem Busch Stadium, dem Baseballstadion der St. Louis Cardinals entfernt.

Eigentlich wollten wir abends nur eine kleine Runde um den Block gehen. Doch in diesem gewaltigen Stadion mitten in der Stadt spielten die Cardinals gerade gegen die Milwaukee Brewers. Was sollen wir sagen, natürlich wollten wir dabei sein.  Die Ticketschalter waren schon geschlossen, aber es gibt auch hier zum Glück ein sehr freundliches "Vetriebssystem". Laute Menschen mit "aggressiven" Angeboten bieten Karten zu mehr als fairen Preisen an. Man kann sogar handeln....   *grins*


Schönes Stadion, nette Abendunterhaltung für 20 Bucks, aber kein Vergleich zum Wrigley Field! Aber bei uns würde ja auch niemand mit Verstand den Pferdeturm gegen eine moderne Arena in Laatzen eintauschen wollen.


Dienstag, 6. September 2011

Von Chicago, IL nach Springfield, IL

So, unseren ersten Tag auf der Route 66 haben wir hinter uns.

Eigentlich wollten wir in Chicago noch bei Lou Mitchell's, einer Institution in Chicago, frühstücken, doch leider war der Laden aufgrund des Labour Day geschlossen.

Wir sind dann über Romeoville, IL und Joliet, IL (die Orte heißen wirklich so!),


nach Wilmington, IL gefahren, wo der "Gemini Giant" Gäste für das "Launching Pad" anlocken möchte.

Weiter ging es nach Braidwood, IL ins Polk-a-Dot Drive in. Die Mini-Music-Boxen auf den Tischen sind noch in Betrieb. Für einen Quarter haben wir uns Elvis' "Rock-a-hula" gewünscht.

In Dwight, IL hielten wir am "Route 66 Java Stop" und besichtigten die "Ambler-Becker" Texaco Station. Die 1933 gebaute Tankstelle wurde erst 1998 aufgegeben. Heute beherbergt sie ein kleines Visitor Center.


Eine noch schönere Tankstelle findet sich in Odell, IL.


In Pontiac, IL hatten wir in der "Route 66 Hall of Fame" eine nette Begegnung mit Jim. Er erzählte uns, wie es war, als er 1947 die Route gefahren ist. Einige der Diners und Motels, die er damals mit seinen Eltern besuchte, seien heute noch da, wenn auch nicht mehr alle in Betrieb. Leider mussten wir auch erfahren, dass Bob Waldmire's gelber VW-Bus, in dem der Hippie-Künstler quasi lebte, nicht mehr auf der Route 66 unterwegs ist. Er kann nun in der Hall of Fame bewundert werden. Unterm Dach der Hall of Fame, in den beiden früheren Gefängniszellen des Ortes, ist zudem eine fantastische Ausstellung mit tollen Fotos rund um die Route untergebracht.

Dass wir uns hier in Illinois im "Land of Lincoln" befinden, wie die Autokennzeichen verheißen, wird schon in Pontiac deutlich.

Schließlich durchfuhren wir die Orte "Shirley" und "McLean" (und zwar in dieser Reihenfolge) und aßen im Dixie Truckers Home, einem seit 1920 durchgehend geöffneten Truck Stop eine "Kleinigkeit". Die Portionen waren eindeutig für Trucker und nicht für kleine 66er-Mägen bemessen. Dirk stellte fest: "Die Bedienungen sehen so aus, als wären sie vor Jahren genau hier von einem Trucker sitzen gelassen worden."

Wir hielten noch in Atlanta, IL

und fuhren dann nach Springfield, wo wir die Nacht im Route 66 Hotel verbringen.


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Montag, 5. September 2011

Dicke Männer in Schlafanzügen

Das Schöne an Flugreisen von Ost nach West ist, dass es aufgrund der Zeitverschiebung keine Diskussion darüber gibt, wie früh die eine oder wie spät der andere morgens aufstehen möchte. Man ist einfach wach und ausgeruht!

Drum machten wir uns gestern nach dem Kaffee im Bett und einer morgendlichen Runde im Hotelpool schon früh auf die Socken. Es waren für Chicago 21 °C und Wolken angesagt; doch nach nur wenigen Blocks zu Fuß auf der Michigan Ave strahlte die Sonne bereits. Für uns, die wir im deutschen Sommer 2011 verlernt haben was Sonnencreme ist, sollte sich das abends mit roten Armen und Bäckchen rächen.



Nach einem Frühstück und einem Bummel am Chicago River entlang (Chicago ist einfach nur schön!) holten wir uns unseren Mietwagen ab und brausten quasi auf den Spuren der Blues Brothers in die Northside Chicagos zur 1060 West Addison.  (Elwood: They don't have my address. I falsified my renewal. I put down 1060 West Addison. Jake: 1060 West Addison? That's Wrigley Field.)

Jawoll, Wrigley Field, das Baseball-Stadion der Chicago Cubs, hatte uns wieder. In einer der vielen Sportbars in Wrigleyville, in denen sich lauter gut gelaunte und blau gekleidete Menschen trafen, erfuhren wir, dass die Cubs tagszuvor gar nicht gewonnen haben. Was hatte uns Chris denn da erzählt? Sind die Amerikaner im Dienstleistungssektor etwa so höflich, dass sie dir lieber verschweigen, dass deine Lieblingsmannschaft mal wieder einen auf den Deckel bekommen hat? Naja, er konnte ja nicht wissen, wie leiderprobt wir von zu Hause sind.   :-)


 
Nicht nur die Atmosphäre im Stadion, auch unsere Plätze waren klasse. Wir saßen in der 3. Reihe hinter den eigenen Ersatzpitchern. Und wer behauptet, Baseball sei, wenn dicke Männer in Schlafanzügen Brennball spielen, der hat Unrecht!

Musikalisch ging es auch zu: vor dem Spiel ein schmalziges "God bless America" und die Nationalhymne, zur Hälfte des 7. Innings Harry Caray's berühmtes "Take me out to the ballgame"



und schließlich, wie nach jedem Heimsieg der Cubs "Go, cubs go!"


Da haben wir gestern wohl einen typischen uramerikanischen Nachmittag mit Baseball, Bier und Hot Dogs erlebt!

Doch heute müssen wir diese tolle Stadt leider schon wieder verlassen. Mal sehen, welche Kicks die Route 66 für uns bereit halten wird! 

Sonntag, 4. September 2011

We had a save trip!

Hi folks, wir sind nach einem ruhigen und kurzweiligen Flug sicher und nahezu ohne Verspätung in Chicago O'Hare gelandet. Die Einreiseformalitäten liefen schnell und freundlich; ratzfatz hatten wir die Koffer. Die Taxifahrt nach Downtown dauerte eine Weile, doch jetzt sind wir in unserem  Hotel angekommen und auch schon frisch geduscht. 

Wir haben 29°C, aber leider Wolken und auch ein wenig Regen. Egal, jetzt gehen wir noch eine kleine Runde bummeln.  Ein paar Stunden müssen wir noch durchhalten; wir sind hier 7 Stunden vor der deutschen Zeit und seit über 20 Stunden auf den Beinen.

Chris von der Rezeption hat uns übrigens gerade erzählt, dass die Chicago Cubs heute gegen die Pirates gewonnen haben! Sauber Cubbies!



Samstag, 3. September 2011

Airport Park Amsterdam


Viele Grüße aus Amsterdam. Unsere Bekannte Yvette haben wir bisher noch nicht gefunden, dafür den Airport Park, eine Lounge mit Liegen, Sitzsäcken, Vogelgezwitscher, Trimm-Dich-Rädern und W-LAN. Hier können wir etwas relaxen, bevor es nachher auf zum langen Flug über den Atlantik geht.

Freitag, 2. September 2011

Jetzt geht's los....

So, Ihr Lieben. Langsam wird es ernst. Die Koffer sind gepackt, die Vorfreude steigt ins unermessliche, die lange Wartezeit hat fast ein Ende. Zu nachtschlafener Zeit werden wir abgeholt, damit wir unseren Flug um 6.20 h nach Amsterdam kriegen. Wir befolgen einen Tipp und testen den Flughafentransfer von fht (www.fthaj.de); mal sehen, wie das funktioniert.
In Amsterdam werden wir fast 5 Stunden Aufenthalt haben. Blöd, aber da wird es ja hoffentlich ein ordentliches Frühstück geben. Zumindest ein Starbucks ist mir noch in Erinnerung! Vielleicht bleibt aber auch  so noch Zeit, unsere Urlaubsbekanntschaft Yvette, mit der wir 2009 einen netten Reitausflug am Bryce Canyon unternommen haben, im DHL-Servicecenter am Flughafen ausfindig zu machen.
Im Fernsehen läuft neben Deutschland-Österreich auch gerade das erste Chicago Cubs-Game gegen die Pittsburgh Pirates. Schwer vorstellbar, dass wir das 3. Spiel am Sonntag live im Wrigley Field erleben werden (ja, wir haben schon Karten und diesmal haben wir auch für den richtigen Tag gebucht und die Karten sind (bisher) auch noch nicht verloren gegangen).  :-)
So, jetzt brauch ich doch noch ein Mützchen voll Schlaf, drum gute Nacht und noch einmal ein Dankeschön für die vielen guten Reisewünsche! Wenn Ihr es denn unbedingt wollt, werden wir wohl wieder kommen.....doch als nächstes melden wir uns wohl aus dem schönen Chicago!


Samstag, 2. April 2011

How was the winter?

Vor kurzem haben wir unseren Sitznachbarn im Eisstadion am Pferdeturm noch einen "schönen Sommer" gewünscht, wie immer zum Ende der (diesmal recht unbefriedigenden) Eishockeysaison. Ein wenig Wehmut ist dennoch immer dabei, denn zu diesem Zeitpunkt scheint die Saisoneröffnungsparty noch in so weiter Ferne. Eine letzte Pucklette, die Trikots werden gewaschen, Handschuhe und Mützen verstaut... was soll am Sommer schön sein so ganz ohne Eishockey?   :-)

Leaf fan waiting for the Stanley Cup
Meine Lieblingsmannschaft in der National Hockey League (NHL) sind die Toronto Maple Leafs, die es auch in diesem Jahr mal wieder NICHT in die Play-offs geschafft haben. Die letzte Meisterschaft gewannen sie 1967 (ein guter Jahrgang!). Also verfolge ich die restlichen Spiele in der NHL auch nur noch mit mäßigem Interesse. Und nach dem frühen Ausscheiden der Kölner Haie aus den Play-offs der deutschen Eishockey-Liga (DEL) ist für mich die Saison nun offiziell beendet.

Zum Glück gibt es aber die eine oder andere Sportart, die gut geeignet ist, das Sommerloch zu füllen. Nein, ich meine jetzt nicht Inline-Hockey....  :-)  aber wer sich dafür interessiert, dem seien die "Bissendorfer Panther" empfohlen, eine erfolgreiche Mannschaft aus der Region mit sehr informativer Homepage.

Mein Sommerloch-Methadon ist Baseball und seit diesem Wochenende spielt die amerikanische Major League Baseball (MLB) endlich wieder. Das Opening Weekend wird in den USA heiß ersehnt.

Wie beim Eishockey schlägt mein Herz auch hier für eine Mannschaft, deren große sportliche Erfolge schon eine ganze Weile zurück liegen: die Chicago Cubs. Die "Cubbies" sind die einzige Mannschaft der MLB, die die "World Series", die nationale Meisterschaft, schon seit über 100 Jahren nicht mehr gewonnen hat. Zuletzt gewannen sie 1908 im Finale gegen Detroit. Da sollen sich die Eishockeyfans in Toronto mal nicht so anstellen....  ;-)

Dennoch schafften es die "Cubbies" gestern trotz kalter und nasser Witterung 41358 Fans ins legendäre Wrigley Field Stadion zu locken (ob da auch ein "Ausverkauft"-Schild über den Eingang gehängt wird?). Viele von ihnen begrüßten sich mit "Happy New Year" , sie freuten sich bestimmt über das erste Hot Dog der Saison und Seasoning Ticket Holder fragten einander "How was the winter?"

Leider verloren die Chicago Cubs ihr erstes Heimspiel gegen die Pittsburgh Pirates gleich mit 6:3.

Ein schlechter Start, dennoch wird der neue Manager Mike Quade auch heute zum 2. Spiel seiner Mannschaft wieder mit der Hochbahn anreisen. "I can't help but try to get the flavor of the ballpark and the neighborhood, especially on a day like this. This day will come and go and I'll still ride trains and do what I do." Und mit ihm werden es wieder Tausende andere tun....der Sommer ist doch ganz schön!