Samstag, 24. September 2011

Von Las Vegas, NV nach Needles, CA

Als wir in Las Vegas aus dem Hotel auschecken mussten, waren wir ein wenig niedergeschlagen. Die zwei Tage hier waren richtig toll, wir haben das Gefühl in der kurzen Zeit viele schöne Dinge erlebt zu haben.

Ich konnte mir nicht verkneifen die Dame am Front Desk zu fragen, wie häufig sie die Frage:"Did Ceasar really live here?" beantworten muss. Sie lachte und antwortete:"At least 10 times a day."

Einen letzten Dollar steckten wir noch in die Slot-Maschinen. Für die, die das hier noch nicht kennen: in Vegas führt jeder Weg, egal ob zum Pool, zum Zimmer, zur Rezeption oder eben zum Parkhaus durchs Casino. Tja, was sollen wir sagen: keinen Jackpot geknackt, also weiter zum Auto und ab ging es auf den Interstate, der uns zurück zur Route 66 führen sollte.

Ayayay, war das heiß. Wir fuhren ziemlich lang durch die Wüste, die dennoch ihren landschaftlichen Charme hat.


Wie eine Fata Morgana erschien uns da die Cool Springs Gas Station.


Ein Immobilienmakler aus Chicago hat sich der alten Anlage angenommen und sie hier "in the middle of nowhere" restaurieren zu lassen. Ihm war wichtig, ein Stück Route 66-Geschichte zu erhalten.

Vor dem Haus im Schatten begrüßte uns Dennis, der hier das Geschäft führt. Ein ruhiger, sehr netter Zeitgenosse. Wir konnten uns mit eiskalten Getränken versorgen, ein altes Stück "Route 66"-Asphalt erwerben (ich mache mir langsam Sorgen, ob wir mit unserer Freigepäckgrenze hinkommen) und erfuhren, dass die Schlussszene von "Universal Soldier" (mit Jean-Claude van Damme) hier gedreht wurde. Zum Glück waren es Hollywood-Tricks, die das Anwesen explodieren ließen, so dass wir diese Oase der Glücksseligkeit hier noch genießen können.


Ein Teil der Strecke führt über den Sitgreaves Pass durch die Black Mountains. Wir stellen uns vor, wie die Dustbowl-Flüchtlinge in ihren alten Autos versucht haben, diesen Pass zu überqueren. Wir haben Bilder gesehen, von alten Fahrzeugen, die am Straßenrand trotz vollem Tank verreckt sind, weil das Benzin aufgrund der Steigung den Motor nicht versorgen konnte. Eine willkommene Einnahmequelle für die Einheimischen, die die Reisenden über die Berge geschleppt oder die Fahrzeuge im Rückwärtsgang über den Pass gefahren haben. Da haben wir es heute vergleichsweise komfortabel, nur die Hitze macht uns zu schaffen. Es müssen wieder so um die 40°C sein.




Hinter dem Pass erreicht man Oatman, AZ, eine alte Goldgräberstadt.

Zur Zeit des Minenbaus wurden Esel als Arbeitstiere eingesetzt, die sich später selbst überlassen wurden und verwilderten. Nun leben sie in und um Oatman und halten sich besonders gerne vor den Geschäften auf, die Futter an Touristen verkaufen.


 
Die Baby-Esel tragen "Please-don't-feed-me"-Aufkleber auf der Stirn.


Einer hat doch glatt versucht, Dirk zu beißen; kein Wunder, wenn er ihn auch ärgert.

Wir aßen leckere Buffalo-Burger mit "Eselohren" (speziell geformte Kartoffelchips) im Oatman-Hotel. Schon Clarke Gable und Carol Lombard verbrachten ihre Hochzeitsnacht hier.

Zwischendurch wurde draußen auf der "Mainstreet" ein Shoot-out für die Touristen inszeniert. Einer der Schauspieler holte sich zur Vorbereitung aus dem Gastraum einen Sack "Gold" und rief uns noch zu: "You just have been robbed."  Später entschädigte er uns mit richtig guter Live-Music in der Bar.

An den Wänden des Lokals hängen lauter signierte Dollarscheine; die Kellnerin schätzte die Gesamtzahl auf 75000! Wir fügten den 75001.  hinzu.   :-)


Insgesamt ein sehr schöner Ausflug, nicht nur wegen der Esel.

Kurz hinter Topock, AZ überquerten wir den Colorado, die Staatsgrenze nach Kalifornien.

"California or bust!" Wir haben das Land, in dem Milch und Honig fließen sollen, erreicht!  Wie die Familie Jaud in "Die Früchte des Zorns" mussten wir auch durch die staatliche "Inspection Station"; der Officer wollte sicher gehen, dass wir keine Lebensmittel, Tiere oder Pflanzen nach Kalifornien einführen. Man gut, dass wir in Oklahoma City keine Kuh gekauft haben, spätestens hier hätten wir sie zurücklassen müssen.  Ach was, wir hätten sie in Vegas längst verspielt.  *grins*

Nach einem Blick in den Kofferraum erhielten wir ein "pestfree certificate" und der nette Beamte ließ uns weiterfahren.

Wir schafften es noch bis nach Needles, CA, wo wir die Nacht in einem eher mittelmäßigen "Days Inn" verbringen. Die Motels im Ort luden nicht dazu ein, sich die Zimmer näher anzusehen.
Needles gehört zu den heißestens Städten der USA, zumindest auf das Klima bezogen, denn ansonsten scheint hier REIN GAR NICHTS los zu sein. Im Sommer erreicht das Thermometer regelmäßig 49°C, der Rekord liegt bei 51,6 °C im Jahr 2005. Früh geht es ins Bett, wir haben Schlaf nachzuholen und morgen wieder eine Fahrt durch die Wüste vor uns.



Freitag, 23. September 2011

Las Vegas, NV - $$$$$$$$$$$$$$

Ein perfekter Tag in Las Vegas könnte so aussehen:

- Jacuzzi im Hotelzimmer benutzen, dabei Kaffee trinken und TV schauen

- zum Frühstück Mandelhörnchen mit Marzipanfüllung essen

- Shopping in den Forum Shops des Ceasar's (bei "Juicy Couture" nix finden, dafür bei "Victorias Secret" behandelt werden wie eine Königin, der Ehemann wird draußen geparkt)

- die Gartenanlage im "Bellagio" bewundern und mit der Monorail zum neuen "City Center" fahren

- dort bummeln, staunen und Lunch bei "Wolfgang Puck"











- zufällig Laura und David treffen (irre, bei den Menschenmassen)









- Strawberry Margheritas und Pina Colada am Pool schlürfen
dies Foto entstand NACH der Pina Colada
- mit einem riesigen Mietwagen (leider nicht unserem) über den Strip cruisen

- Rollercoaster im "New York, New York" fahren (danke Laura, dass du da mit mir reingegangen bist, mein rechtes Knie zittert immer noch!)


- im "Mirage" 26 $ beim Black Jack und 7,12 $ an den Slot Maschinen gewinnen (und alles wieder zu verlieren)   :-) 






- die tanzenden Fontänen des "Bellagio" im Dunkeln erleben


Wir hatten einen perfekten Tag in Vegas!!!

Laura & David, danke für zwei tolle Abende in dieser crazy City! Es hat uns RICHTIG viel Spaß gemacht mit Euch!David, es war echt nett, Dich kennenzulernen, da ist ja jemand noch verrückter als wir uns je ausmalen konnten (ich nenn hier unter uns nur mal die Zahl 468!!!). Ihr seid so unkompliziert und hilfsbereit, ihr müsst amerikanische Gene haben.  :-)  Wir hoffen, ihr hattet einen ruhigen Rückflug und seid wieder heile zu Hause gelandet. Wir freuen und schon auf die Fotos!

Donnerstag, 22. September 2011

Vom Grand Canyon, AZ nach Las Vegas, NV

An unserem zweiten Morgen am Grand Canyon wollte Dirk ausschlafen, so dass ich - getrieben von der Befürchtung etwas zu verpassen - alleine zu unserem Lieblingsaussichtspunkt am Canyonrand gegangen bin, um den Sonnenaufgang zu erleben.

Leider kannte ein deutscher Reiseleiter diesen Punkt auch und kam mit seiner aus dem Schwäbischen stammenden Reisegruppe genau dorthin. Nun zähle ich mich nicht zu den Leuten, die dieses Land der "wide open spaces" als überbevölkert bezeichnen, aber ich musste mich doch erst wieder an so viele Menschen auf einem Fleck gewöhnen. Die schnatterten alle durcheinander! Zum Glück saß ich so nah am Klippenrand, dass sich mir niemand direkt ins Blickfeld gestellt hat; aber eine Dame in den 50ern, nennen wir sie Rosamunde, nahm im wahrsten Sinne des Wortes Tuchfühlung mit mir auf. Schnaufend versuchte sie direkt neben mir Platz zu nehmen, stützte sich dabei an mir ab und ließ ihre von Spätzle und Dampfnudeln gestählte Körpermasse an mich angelehnt zu Boden gleiten. Strahlend begrüßte mich Rosamunde mit einem "Guten Mooooooorgen", das bestimmt noch auf der anderen Canyonseite zu hören war.

Rosamunde hatte Glück, dass so viele Zeugen dabei waren, so hielt ich meine gewalttätigen Phantasien im Zaum und reagierte nur mit einem "Good morning, M'am."  Jetzt ja nicht als Deutsche zu erkennen geben, die wirst du sonst nicht mehr los, dachte ich bei mir. Rosamunde keinesfalls enttäuscht, dass ich ihre Muttersprache vermeintlich nicht verstand, plärrte unbeirrt weiter: " Huuuuh, die Steine sind aber kalt. So kann ich hier aber nicht lange sitzen."   Ich setzte auf die meditative Wirkung des kolossalen Anblicks (damit meine ich den Canyon, nicht etwa Rosamunde) und hoffte einfach, dass bald Ruhe einkehren würde.

Aber ich hatte Fred nicht auf dem Schirm. Fred, ca. 65 Jahre, turnte immer nah am Abgrund herum, stets um das beste Fotomotiv bemüht. Die Sonne war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht aufgegangen, der Grand Canyon lag noch als graue Masse vor uns. Freds Begleiterin schien jedoch ein Auge auf den Reiseleiter geworfen zu haben, jedenfalls interessierte sie sich kein bißchen für Freds Aktivitäten. Vielmehr schleimte sie den Reiseleiter zu, ich glaube jede Busgruppe hat mindestens eine dieser Personen dabei. Rosamunde war zwischenzeitlich dazu übergegangen ihren (nicht gerade kleinen) Popo durch Hüpfbewegungen im Sitzen zu wärmen. Mannomann!  Bis Fred die nicht vorhandene Morgenstille durchbrach: "Menno, jetzt mach doch mal ein Foto von mir, wenn ich in die Spalte schaue!"  Nun versucht mal in so einer Situation so zu tun, als würdet ihr kein Deutsch verstehen.

Rosamunde wurde es jedenfalls zu kalt und zu langweilig. "Ich hab jetzt Kaffeedurst" ächzte sie und machte sich umständlich auf, diesen ansonsten so friedvollen Ort zu verlassen. Der Rest der Reisegruppe nölte noch ein wenig: "Mensch, die Rote da sitzt immer im Bild." (Da ich meinen weinroten Kapuzenpulli trug, war ich wohl gemeint; aber ich verstand ja kein Deutsch).    :-)  

Glücklicherweise war Rosamundes Kaffeedurst ansteckend und Fred und der Rest der Truppe machte sich von dannen. So hatte "die Rote, die immer im Bild sitzt", noch ein paar ruhige Momente mit einem -als die Sonne dann vollends aufgegangen war - phantastischen Blick. So konnte ich Abschied nehmen von diesem so unglaublich schönen Ort.

Nach dem Frühstück in der Bright Angel Lodge ging es zunächst einmal nach Süden, um in Williams, AZ wieder auf die "Twin 6es" zurückzukommen. Williams ist ein total schöner Ort, die aufwendig renovierte "Pete's Gas Station" gehört zum Stadtbild:


In Seligman, AZ machten wir im legendären Snow Cap Drive-In Halt, um "Cheeseburger with cheese" zu essen. Den Laden kannten wir schon von einer unserer früheren Reisen. Leider war es diesmal dort sehr busy, so dass wenig Zeit für die obligatorischen Albereien mit den Gästen blieb. Egal, wir vertrieben uns die Zeit damit, Japanerinnen zu beobachten, die die Tür zunächst nicht öffnen konnten, weil die Türklinken auf der jeweils falschen Seite der Tür angebracht waren.   :-)   Sehr amüsant!

Nebenan in Delgadillos Barber Shop suchte ich ersteinmal nach meiner Visitenkarte, die Chris vor zwei Jahren für mich im Laden hinterlassen hat. Der gesamte Laden ist mit Visitenkarten zugeklebt; das gehört hier dazu. Als wir während der Hochzeitsreise dort waren hatte ich noch keine Visitenkarte mit meinem neuen Namen, so dass ich sie dann wenige Wochen später dem Kollegen mitgab. Doch ohne einen Anhaltspunkt, wo nach ihr zu suchen war, hatte ich keine Chance! Leider war Angel Delgadillo selbst diesmal nicht da; wir hätten uns gerne mit ihm unterhalten. Dirk hatte sich extra nicht rasiert, in der Hoffnung eine traditionelle Nassrasur von "Mr. Route 66" zu bekommen.
Müssen wir wohl oder übel NOCHMAL wiederkommen!  :-)

unser Mietwagen nach nunmehr ca. 2600 Meilen   :-)
Einen kurzen Stopp zum Abkühlen in der Wüste machten wir im General Store in Hackberry, AZ. Auch eine sehr urige Sehenswürdigkeit entlang der Straße. Der Abschnitt von Seligman nach Kingman ist bisher einer der schönsten auf der ganzen Strecke, man hat nur eine schnurgerade Straße unter und den blauen Himmel über sich; der Asphalt scheint im Sonnenlicht zu glühen, nebenan auf den Bahngleisen schnaufen von bis zu 5 Loks gezogene Güterzüge an dir vorbei. Ab und an kommt dir mal ein Auto oder ein Biker (ohne Helm versteht sich) entgegen. Wie im Film!



In Kingman, AZ ging es wieder nach Norden zu unserem Abstecher nach Las Vegas, NV. Die Staatsgrenze zu Nevada überfuhren wir am Hoover-Damm, wo wir nun erstmals über die neue Brücke oberhalb des Dammes fahren konnten. Vor zwei Jahren war diese noch im Bau. Sie ist offenbar absichtlich so konstruiert, dass man von dort keinen Blick auf den Damm oder den Colorado River hat. Die Autofahrer würden ansonsten einen Stau nach dem anderen produzieren, nur um die Aussicht zu genießen. Dafür kann man den alten Damm mit dem Pkw noch befahren.

Gegen Abend kamen wir dann in Las Vegas im Ceasar's Palace an. Wie schön im Abendlicht den Las Vegas Blvd. - den "Strip" -  zu befahren. Das Stadtbild hat sich seit unserem letzten Besuch auch wieder ganz schön verändert; der Bau des neuen City Centers mit mehreren Wolkenkratzern ist nunmehr abgeschlossen.


Uns wurde im Ceasar's ein Zimmerupgrade angeboten.....für 20 Bucks mehr die Nacht hatten wir einen "Ballsaal" mit Jacuzzi und Blick auf den "Strip". Das war wirklich vom Feinsten. Wer hat nochmal behauptet, die Zimmer im Ceasar's seien so klein?




Laura und David wohnen zufälligerweise gleich gegebnüber im "Flamingo", so dass wir kurzerhand noch zusammen Essen gegangen sind. Ach, war das schön, sich über die bisherigen Reiseerlebnisse auszutauschen. Unser Kellner Jeff im "Outback Steakhouse" war superaufmerksam und nett. Zum Schluss gab er uns noch ein Stück Käsekuchen aus; aber psssst, "it's a secret!" Nach einem Absacker in der "Forum-Bar" im Casino des Ceasar's sind wir um 1h morgens brav schlafen gegangen. Wir waren ganz schön erledigt von der langen Fahrt (das junge Volk musste ja unbedingt noch spielen gehen.....   *grins* ).  Alles in allem wieder ein schöner Reisetag mit einem sehr lustigen Abend!


Mittwoch, 21. September 2011

Grand Canyon - size DOES matter

Heute gibt es nicht viel zu bloggen. Wir sind ganz früh aufgestanden, um den für 6.11 Uhr angekündigten Sonnenaufgang am Canyonrand zu genießen. Als wir mit heißen Getränken bewaffnet unsere Cabin verließen,

(sieht winzig aus, ist innen aber gemütlich und sauber; wir haben hier weit mehr Platz als wir in unserem Zimmer im Hotel "El Tovar" vor 2 Jahren hatten)

wurden wir direkt vor der Hütte von diesen guys hier begrüßt:

Der Sonnenaufgang war atemberaubend schön. Wir waren beide wieder total begeistert; unsere Angst, beim 2. Mal sei es am Grand Canyon nicht mehr so grandios, hat sich zum Glück als unbegründet erwiesen. Auch diesmal hatte ich wieder Tränen in den Augen und ich konnte Dirk das Versprechen abnehmen, spätestens an meinem 40. Geburtstag wieder hierher zurück zu kehren. Ich habe es aufgegeben zu versuchen, den Sonnenaufgang mit der Kamera einzufangen. Man kann einfach nicht das wieder geben, was man mit eigenen Augen, aber ja auch mit all den anderen Sinnen aufnimmt. Der Canyon lacht dich aus....

Nach einem amerikanischen Frühstück in der "Yavapai Lodge" hier im Park machten wir uns dann auf die Socken. Wir sind den South Rim Trail in Richtung "Hermit's Rest" gewandert, neben dem Rheinsteig ist das der für uns schönste Wanderweg. Er geht immer dicht am Canyonrand entlang, zunächst noch gepflastert, und je weiter man nach Westen kommt als Trampfelpfad auf Schotter. Gleich zu Beginn der Wanderung sahen wir eine Gruppe Big-Horn-Schafe, unseren Steinböcken ähnliche Tiere. Wir bildeten uns ein, der Bock sei der gleiche gewesen wie auf unserer Wanderung vor zwei Jahren und hat nun eine Familie gegründet. :-) (Die Höhenluft, die Glückshormone ob der tollen Aussicht und nicht zuletzt der Rotwein vom Vorabend lassen einen auf komische Gedanken kommen....).

Hier die schönsten Ausblicke von unterwegs:


voted as best picknick area ever

ein schiefer Baum, der zum Mittagsschlaf einlädt

dahinter geht es RICHTIG steil bergab



Bis zur größten Mittagshitze, es sollen 25°C sein, die sich wie über 30 anfühlen, waren wir wieder zurück. Nach einem Nickerchen sitzen wir nun frisch geduscht in der Cocktail-Lounge des "El Tovar"-Hotels. Bei einem "Sunset Surprise" und einem eiskalten Bier, bei Käsekuchen und Nachos mit Blick auf den Grand Canyon können wir uns gerade keinen Ort vorstellen, an dem wir lieber wären.
Hier haben wir nun Zeit über ganz profane Fragen zu sinnieren, wie etwa:

Warum liegen tote Gürteltiere am Straßenrand immer auf dem Rücken?

Warum liegen auf deutschen Autobahnen immer einzelne Schuhe auf dem Seitenstreifen, hier aber keine einzelnen Cowboyboots?

Wissen Waschbären bevor sie in eine Mülltonne klettern, dass sie dort ohne menschliche Hilfe nicht mehr herauskommen?

Wie schaffen es die Amerikaner trotz Klimaanlagen, die auf "Arktis" eingestellt sind, keine Erkältungen zu bekommen?

Spielt der ECH gerade wirklich so gut, oder war Christians Spielberichterstattung Sarkasmus pur? :-)

Diesmal sind wir richtig gespannt auf Eure Kommentare!


Dienstag, 20. September 2011

Von Winslow, AZ zum Grand Canyon

Zugegebenermaßen haben wir euch in den letzten Tagen ein wenig mit Informationen vernachlässigt. Wir sind in Winslow, AZ ganz früh aufgebrochen, um auf unserem Weg zum Grand Canyon noch einen Abstecher nach Sedona machen zu können. Der Highway 89 A durch den Oak Creek Canyon soll zu den 10 schönsten Straßen der USA gehören. Meine Eltern schwärmen noch heute von diesem Scenic Byway, das wollten wir auch sehen.

Doch zunächst hielten wir am Meteor Crater, entstanden vor 50.000 Jahren durch einen Meteoriteneinschlag. Leider waren Dirks Erwartungen an dieses Naturphänomen nicht so ganz zu erfüllen. Tatsächlich entpuppte sich der Krater einfach nur als "Loch in der Wüste", das er sich viel größer vorgestellt hatte.


Wir waren also schnell wieder verschwunden und hielten etwas später für einen Foto-Stopp an den "Twin Arrows", den Werbeträgern der früheren und nun verfallenen gleichnamigen Trading Post. Sie waren in einer Szene in "Forrest Gump" zu sehen und gehören zu den meist fotografiertesten Dingen entlang der Route 66.


In Flagstaff, AZ, welches wir mit auf die Liste der Orte gesetzt haben, die wir definitiv nocheinmal und intensiver besuchen wollen, bogen wir dann nach Süden in den Oak Creek Canyon ab. An einem einmalig schönen Picknickplatz (zu Füßen roter Sandsteinfelsen und oberhalb des Oak Creek gelegen) genossen wir Obst, Cookies und Orangensaft (Minute Maid, unsere Lieblingsmarke). Schön, DAS ist Urlaub, wie wir ihn mögen!


In Sedona mussten wir uns zunächst erstmal wieder an den Touri-Trubel gewöhnen. So viele Menschen auf einem Haufen sind wir ja gar nicht mehr gewöhnt....doch es gibt auch ruhige Ecken, an denen man den Blick schweifen lassen kann.



In einem Laden für Westernkleidung haben wir dann auch noch den einen oder anderen Dollar gelassen. Hoffentlich wird in Hannover bald mal wieder gute Countrymusik live gespielt oder ich muss doch noch mit Line-Dance anfangen.  :-)

Von Sedona aus haben wir dann auch Laura telefonisch erreichen können. Sie und ihr Freund waren gerade auf dem Flughafen in San Diego, bereit nach las Vegas zu fliegen, wo wir uns dann hoffentlich treffen!

Als unser Telefon dann auch noch klingelte und wir Grüße aus Krk bekamen, hat das den Nachmittag komplett gemacht. Mom, das muss Gedankenübertragung gewesen sein, wir waren den ganzen Tag in Gedanken bei euch! Danke für den tollen Tipp!

Abends hatten wir dann nichts anderes im Kopf, als das wahrscheinlich schönste Naturwunder der Erde zu bewundern. Wir waren richtig aufgedreht, wieder am Grand Canyon zu sein. Die (meist französischen) Touristengruppen, die hier herangekarrt werden, um einen 15 minütigen Überblick zu erhaschen, sind zwar ziemlich anstrengend (wer hat denen beigebracht, ständig anderen Menschgen, vorzugsweise uns, vor die Füße zu latschen?), aber davon ließen wir uns die gute Laune nicht vermiesen. Bei dem Ausblick kein Wunder, oder?



Schon lange hatten wir uns auf unser Abendessen im Yippieh-ei-oh-Steakhouse, das wir von unserer Hochzeitsreise kennen, gefreut. Endlich wieder Steak, endlich wieder urige Athmosphäre, endlich wieder Kellner in Cowboy-Outfit, endlich wieder Pinot Noir......der mächtig in den Kopf stieg.  :-)

Dann noch ein Blick in den Sternenhimmel am Canyonrand. Man kann hier den "Milky Way", die Milchstraße sehen, so wenig künstliches Licht gibt es hier. Dirk versucht mir in solchen Momenten immer etwas über Galaxien, Planeten, Sonnensysteme und Sterne zu erklären; er macht das echt gut, aber ich kann einfach keine Vorstellung davon entwickeln. Egal, hier merke ich einfach nur, wie furchtbar klein und unbedeutend wir sind, gemessen an der Zeit, die der Colorado River benötigte, um diese gewaltige Schlucht zu formen.

Montag, 19. September 2011

Von Gallup, NM nach Winslow, AZ

Heute zuerst einmal wie versprochen die Fotos vom "El Rancho Hotel", in dem wir die Nacht zuvor verbracht haben.
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die Lobby
"Charm of yesterday, convenience of tomorrow" lautet der Slogan des Hotels. Leider haben sie dabei das "today" vergessen. Sie scheinen sich hier zu viel auf ihre Vergangenheit einzubilden, der Service war eher unterdurchschnittlich und lieblos. Dennoch war es nett, hier übernachtet zu haben, wenn auch der Mythos nun entzaubert wurde.


Nach dem Frühstück machten wir uns gleich auf die Socken und entdeckten am Ortsausgang von Gallup, NM mal wieder einen "Riesen", diesmal auf dem Dach eines Gebrauchtwagenhändlers:



Schon bald war die Staatsgrenze zu Arizona erreicht. Hier gewannen wir wieder eine Stunde hinzu und durften die Uhren ein weiteres Mal zurück drehen. Nun sind wir 9 Stunden hinter der deutschen Zeit.


Wir fuhren als erstes in den Petrified Forest National Park, einem Park der für seine bunte Landschaft ("Painted Desert") und versteinerte Baumstämme bekannt ist.




Hier trafen wir einen Fotokünstler aus Illinois, der beim "Artists in residence"-Programm der Nationalparkverwaltung teilnimmt. Die Künstler, meist Maler, können zwei Wochen lang bei freier Kost und Logis ihrer künstlerischen Tätigkeit im Nationalpark nachgehen und ihre Werke ausstellen. Mit dem Fotofreund entspann sich ein nettes Gespräch über Belichtung, Blende und Bildbearbeitung. Tanja, was wir bei Herrn Kempa gelernt haben, gab es hier nochmal im Schnelldurchlauf auf Englisch.  :-) 


Früher führte die alte Route 66 mitten durch den heutigen Nationalpark, entlang dieser Telefonmasten. Heute ist von der Strecke (fast) nichts mehr zu sehen, die Natur hat sich das Terrain zurück erobert.






Die versteinerten Bäume liegen verstreut im Park herum, so als hätten Riesen Mikado gespielt und hinterher nicht aufgeräumt. Hier geht's zur Erklärung der tatsächlichen Entstehung.
















Ein sehr lohnender Ausflug und wieder ein Stempel für unseren Nationalparkpass.

Einen kurzen Fotostopp machten wir in Holbrook, AZ beim Wig-Wam-Motel.


Der ursprüngliche Plan war, in einem der Tipis zu übernachten. Da wir aber schon so früh am Nachmittag in Holbrook waren, entschlossen wir uns noch bis Winslow, AZ zu fahren.


"Standing on the corner in Winslow, Arizona"; frei nach dem Eagles-Song "Take it easy" stellten wir uns in Winslow an die besungene Ecke. Gegenüber ist ein Souvenirgeschäft, deren Besitzer total hilfreich waren. Wir suchen noch nach einer kleinen Zapfsäule (ihr erinnert euch, wir haben hier eine "Tankstellenmacke" entwickelt) zum Mit-nach-Hause-Nehmen. Als wir dieses erwähnten, führten uns die Besitzer durch den gesamten Laden und zeigten uns jedes einzelne Teil, auf dem eine Zapfsäule zu sehen war, seien es T-Shirts, Salzstreuer oder Kaffeetassen. Außerdem haben sie uns eine gute Hotelempfehlung gegeben, so dass wir im Quality Inn in Winslow, AZ übernachtet haben. Es hatte ein gutes Restaurant, wir konnten Wäsche waschen und im Whirlpool relaxen. Herrlich!