Montag, 12. September 2011

Von Claremore, OK nach Oklahoma City, OK

Irgendwie war es gestern am 10. Jahrestag von 9/11 ein komisches Gefühl, in diesem Land zu reisen. Man sieht eh schon häufig den "Star-spangled Banner", doch gestern schien es als habe fast jedes Haus, jedes Geschäft mit stars & stripes geflaggt; an Regierungsgebäuden auf Halbmast. Die Fernsehsender übertragen nichts anderes als die Gedenkfeier in New York, wobei selbst diese emotionale Sendung mehrfach von Werbung unterbrochen wird. Beim Frühstück sitzt am Nachbartisch ein Pärchen in den 50ern mit einer Liste vor sich, wann welche Namen genannt werden; auch sie müssen jemanden verloren haben. Plötzlich werden sie über ihrem Kaffee ganz still, sie kämpft mit den Tränen. Man fragt sich unwillkürlich, wer von den Menschen, die wir entlang der Route bisher getroffen haben, vielleicht auch ein Opfer zu beklagen hat. Wenn nicht bei den Anschlägen vor 10 Jahren, dann vielleicht im Irak oder Afghanistan? Die Frau am Nachbartisch beißt wieder herzhaft in ihren Muffin, trinkt noch einen Schluck Kaffee und fröhlich quatschend verlassen die beiden den Raum. Gedenken auf amerikanisch.

Wir beschließen, einem anderem Mann, einem Sohn Oklahomas, zu gedenken und besichtigen das "Will Rogers Museum" in Claremore.  Will Rogers, war in erster Linie (Stummfilm-)Schauspieler, der für seine Lassotricks berühmt war, aber auch Comedian, Autor und Politiker. Er hat so ziemlich alles mit einem Lasso eingefangen, während seiner Bühnenauftritte auch gerne mal unbeliebte Politiker. Der Film zeigt einige seiner für mich besten Szenen:


Zum Teil indianischer Abstammung, machte er keinen Hehl aus seiner Herkunft, sondern sagte:"Meine Vorfahren sind nicht mit der Mayflower hierher gekommen. Sie erwarteten sie bereits im Hafen."

Und hier noch ein Zitat (passend zur Kommunalwahl): „Alles ändert sich. Heute nehmen die Leute die Komiker ernst und betrachten die Politiker als Witzfiguren.“
Nicht umsonst ist die Route 66 auch als "Will Rogers Highway" bekannt.  

Unser Weg führte uns dann weiter nach Catoosa, wo der "Blue whale" die Reisenden vom Straßenrand grüßt. Schon in Lebanon, MO hörten wir, dass wir ihn unbedingt "besuchen" sollten. Auf dem Weg sollten wir das noch viele Male hören. Hier waren wir nun also:


Der Wal wurde vor kurzem renoviert und strahlt nun wieder. Das Weiße an der Seite ist eine Rutsche, die in den Teich führt. Wir konnten uns trotz der Hitze nicht vorstellen, in dem Tümpel zu schwimmen.

Gestern hatten wir 89°F, also ca. 32°C. In Oklahoma lernt man, ein Fahrzeug nur mit zwei Fingern zu lenken und dass man auch durch Autoscheiben einen Sonnenbrand bekommen kann.

Wir fuhren weiter nach Tulsa, OK, einer Stadt die aufgrund ihres Ölvorkommens zu Reichtum gekommen war.


Wir hatten Lunch in "Ollies Bahnhofsrestaurant", wo ich zum Essen "Strawberry Soda" bestellte. Ich dachte ich würde Erdbeerlimo bekommen, habe jedoch gelernt, dass man zumindest in diesem Teil der Welt unter diesem Begriff eine Art Milch-Shake versteht. Später, im "Rock Cafe" in Stroud, OK bestellte ich dann einen "Soda-Pop", einen Milchshake mit Brausepulver. Bestens geeignet, Bauchschmerzen zu produzieren.

Zwischendurch fuhren wir immer mal Abschnitte der "Old old old Route 66"; diese Strecke war z.B. von 1926-1930 offizieller Teil der Route 66:


Habt ihr eine Vorstellung davon, wie es ist, diese Strecke mit "Soda Pops" im Magen entlang zu schaukeln?   :-)

In Chandler, OK hielten wir kurz am "Route 66 Interpretive Center".  Kurz, weil sie dort gleich schließen wollten. Die Dame, die uns die Räume ausführlich zeigte, hätte uns bestimmt noch ein wenig umsehen lassen, aber wir hatten ein schlechtes Gewissen, ihr den pünktlichen Feierabend zu verderben. Ich glaube an dieser Stelle waren wir sehr "typisch deutsch".  

Kurz vor Arcadia, OK machten wir Halt bei John und seinem Hund Seaba. Im Garten wurden wir lauthals von den "Nurnburgers", einem Pärchen aus Illinois mit deutschen Vorfahren, begrüßt. Sie freuten sich offenbar sehr, uns Deutsche zu sehen. Sie fahren auch die gesamte Route, wer weiß, vielleicht treffen wir sie ja auch wieder?

John Hargrove, der Besitzer des Anwesens, ist einer der verrücktesten Menschen, die wir an der Route bisher getroffen haben.

 

Seine gesamte Werkstatt, ach was, sein ganzes Grundstück, sind mit Dingen aus der guten alten Zeit zugestellt, ohne dabei wie ein Messie-Haus zu wirken. Hinter einer unscheinbaren Garagentür verbirgt sich ein von ihm selbst gebautes Diner mit Kino. Einfach nur so zum Abhängen. An diesem Fleckchen Erde hätte Axel sich wohl gefühlt.


Im "Diner" trafen wir eine Familie "from Yukon". Auf unsere Frage, ob sie auch die gesamte Route fahren würden, antworteten sie: "No, it's just a day trip". Wow, dachten wir, die müssen ja fix sein. Da erfuhren wir, dass Yukon, Oklahoma nur 35 mi entfernt liegt.

John liebt alte Autos von VW:"Es sind keine Cadillacs, aber sie bringen dich überall hin, wo du hinwillst."

Im Garten hatte er lauter Sehenswürdigkeiten der Route 66 nachgebaut.


Das ist z.B. seine Version der "Cadillac Ranch" in Texas.


Klasse!

Dagegen konnte die "Round Barn" in Arcadia, OK, die -als wir ankamen- eh schon geschlossen hatte, nicht mehr anstinken.


Um unsere "Soda-Pop"-Erfahrungen zu komplettieren, wollten wir eigentlich ins "Pops", einem Diner, in dem sie über 400 verschiedene Limosorten verkaufen. Hier versteht man unter Soda-Pop also doch wieder Limonade. Leider war es so brechend voll, dass wir beschlossen, nach Oklahoma City weiter zu fahren. Die Soda-Flaschen-Neonreklame kennen wir daher leider auch nur von you-tube:


Einen netten Abend bei einem leckeren Steak mit frittierten Okraschoten hatten wir stattdessen in Oklahoma City's Bricktown District, in Toby Keith's Restaurant. Wir waren schon etwas spät dran, so dass unser Kellner Tanner richtig viel Zeit zum quatschen hatte. Dirk erkundigte sich bei ihm nach einer Shooting Range und fragte, ob der Besitz von Waffen in Oklahoma genauso liberal wie in Texas gehandhabt werde. "Oh yes, everybody 's got guns here." Es ergab sich ein nettes Gespräch über deutsche Waffengesetze. Als wir ihm von unseren KollegInnen vom "Department of Law and Order", von Kontrollen, psychologischen Tests und Jägerprüfungen berichteten, dachte Tanner wir wollten ihn verar..... Er konnte es nicht glauben!






Sonntag, 11. September 2011

Von Joplin, MO nach Claremore, OK

Yesterday it has been the first day without meeting Vicky and Ross. Strange feeling, something is missing.   :-(    We enjoy reading your blog but were unable to leave a comment. So please send us an e-mail to wormy@htp-tel.de for we get your e-mail-address and keep staying in touch this way!

So, da sind wir wieder, nachdem wir gestern in 3 Staaten waren (Missouri, Kansas und Oklahoma). Zugegebenermaßen ist der Verlauf der Route 66 in Kansas nur 13 Meilen lang, aber dafür sind diese ganz besonders gut markiert.

Bevor wir Joplin, MO verließen stoppten wir noch an den "Praying hands", die etwas oberhalb der Stadt aufgestellt sind.

Nebenan war ein kleiner "Farmer's Market"; wir hätten uns gerne mit etwas Obst eingedeckt, aber die Melonen z.B. waren so riesig, dass wir damit die zulässige Gesamtmasse unseres Pkw überschritten hätten.   :-)

Ein Stück weiter fand - so dachten wir - ein Flohmarkt statt. Als wir auf den Parkplatz fuhren, wurden wir gefragt: "Are you tornado victims?" -"No, we are just tourists."  Es stellte sich heraus, dass wir an eine kirchliche Sammelstelle für Hilfsgüter für die Opfer des Tornados im Mai gekommen waren. Okay, dann konnten wir ja weiter fahren.

Schließlich kamen wir noch an einem Altersheim vorbei, in dem gerade ein Feuerwehreinsatz war. Es schien nicht zu brennen, vielleicht mussten sie nur einen Keller leer pumpen oder so, aber das Fahrzeug musste ich einfach fotografieren.


Dann kamen wir nach 

wo wir in Galena bei den "4 women on the road" an einer - wie sollte es anders sein - renovierten Tankstelle Halt machten. Erkennt ihr den kleinen Kerl hier?


Jawoll, das ist der Tow Mater aus dem Film "Cars". Die Pixar-Macher haben diesen alten Truck als Vorlage für die "Filmfigur" genommen. Isn't he cute?

 
Hier die "4 women on the road", na gut, nur die Blonde gehört dazu. Der Polizist, eine Ikone in Galena,  kann seine Knie und Füße um 180° nach hinten drehen und stand damit Pate für das kleine schüchterne Auto, dass sich im Film immer rückwärtsfahrend verdrückt.


Im "Eisler Bros.Grocery and Deli" in Riverton, KS trafen wir den Besitzer. Wie überall wurden wir auch hier gefragt, wo wir herkommen. "Ah, Germany, I've been to France a long time ago." Es stellte sich heraus, dass er am D-Day 1944 in der Normandie gelandet ist.


Vor dem store stießen wir auf eine Reisegruppe aus Missouri, die mit diesen fantastischen Autos unterwegs ist.

In Baxter Springs, KS aßen wir im "Cafe on the route". Dirk hatte Spaghetti mit einem irrsinnig riesigen Mettklopps, da mussten wir an das "Mettmonster" daheim denken, das hätte dir gefallen! Ich hatte ein Truthahnsteak mit Brombeeren und roten Kartoffeln, witzige Kombination, aber sehr lecker!


In dem Cafe war früher eine Bank untergebracht, die Jesse James und seine Bande überfallen haben. Ihr erinnert euch? Der Typ, der sich in fast jeder Höhle Missouris versteckt haben soll.....

Und schon kamen wir an die Staatsgrenze nach Oklahoma, also ins Indianerland. "Unsere" Indianer haben ihr Testspiel gegen Kassel 6:2 gewonnen, danke Christian für den Ergebnisdienst!

In Commerce, OK lange Zeit Heimatort des berühmten Baseballspielers Micky Mantle hielten wir an der wahrscheinlich einzigsten Eisdiele des Ortes:


Es gab ganze "drei" Eissorten: Vanille, Schokolade und Twister (Mischung aus Vanille und Schokolade).   :-)

Gegenüber die für mich bisher schönste Tankstelle entlang der Route 66:


Kurz vor Foyil, OK bogen wir zum "Totem Pole Park" ab, in dem angeblich der größte Marterpfahl der Welt stehen soll, ja wir sind im Indianerland.


Hinter der "Top Hat Bar", in der für eine Erfrischung Rast machten,


beginnt das Panther Territorium. Christian, dieses Bild ist extra für dich:


Leider haben wir bisher noch kein "Miezekatzenkostüm" gefunden.  ;-)

Die Nacht haben wir in Claremore, OK verbracht. Die meisten Motels sind vermutlich wegen des hier stattfindenden "Bluegrass and Chili Festivals" ausgebucht, so dass wir uns in einem "Microtel Suites & Inn" eine Jacuzzi-Suite gegönnt haben. Den Abend haben wir beim Festival ausklingen lassen.


Tolle Atmosphäre, leckeres Essen und gute Musik, doch nichts im Vergleich zu den Southfork Farmers from El Paso, deren Auftritt am 16.09. in Hannover wir leider verpassen werden. Ingmar, die Musik hier in Claremore wäre was für dich gewesen!












Samstag, 10. September 2011

Von Lebanon, MO nach Joplin, MO

An dieser Stelle vielen Dank für die Rückmeldungen zu unserem blog. Schön, dass es euch so interessiert, was wir erleben. Es ist ein bißchen so, als wärt ihr mit dabei! Wir ertappen uns schon dabei, dass wir während der Fahrt überlegen, was wir euch schreiben. Für uns ist es zudem eine tolle Möglichkeit, die vielen Eindrücke zu ordnen, denn zu sehen gibt es mehr als genug. Die Kommentarfunktion scheint jetzt zu laufen; ansonsten freuen wir uns auch sehr über eure mails!

Und langsam bekommen wir auch eine Idee davon, was es wirklich heißt, die Route 66 zu fahren. Man startet als "Eindrückesammler" mit einem Plan, einer Liste von Sehenswürdigkeiten, die man anfahren will. Doch plötzlich sind die Orte nicht mehr so wichtig, sondern die Menschen und ihre Geschichten dahinter. Menschen, die 30, 40 Jahre und länger ihre Museen, Motels, Antique Shops und ....natürlich....alte Tankstellen betreiben und sich darüber freuen, dass die Straße wieder so befahren wird. 90% der 66er sind Europäer; wir Europäer wissen anscheinend viel mehr über diesen Teil amerikanischer Geschichte als viele Amis selbst. Durch den Pixar-Film "Cars" wurde die Route 66 auch in Amerika populärer, hoffentlich wächst dadurch eine Generation heran, die dieses "Mainstreet America" auch hierzulande zu schätzen weiß. Man sagt, die Route verändert sich und sie verändert dich, wenn du sie fährst. Wie gesagt, so langsam verstehen wir die Idee dahinter...

Unsere Verabschiedung heute morgen von Ramona im Munger Moss Motel war herzerwärmend süß. Ich fühle mich geehrt, dass ich für das Foto mit Ramona hinter die Rezeption dieses tollen Motels gehen durfte und hoffe, dass sie dieses Haus noch viele viele Jahre betreibt.


Zum Schluss schenkte sie uns wunderschöne alte Schlüsselanhänger, die viele Jahre im Munger Moss Motel benutzt wurden. "One for you, and one for your mum."

Unsere heutige Etappe schien ansonsten nicht so viele Highlights parat zu haben, so dass wir zunächst ausgiebig in Lebanon, MO im Waffle House frühstückten. Unser Kellner Adam war so excited, dass wir gar nicht zum Essen kamen, sondern ständig seine Fragen zu unserer Tour beantworten mussten.

In Strafford, MO kamen wir an einem Drive-thru-Tierpark vorbei. Da wir dachten, wir hätten "plenty of time" deckten wir uns mit Tierfutter ein und fuhren durch den Park. Die Viecher haben uns die Autofenster total zugesabbert, igitt. Aber die guckten zum Teil so blöd, als wir die Fenster schlossen., das war zum Totlachen. Der Park-Flyer wies extra darauf hin, man solle die Fenster nicht schließen, so lange sich noch ein Tierkopf im Wagen befindet. Ha ha, wir hätten euch gerne was zum Kuscheln mitgebracht.


  
Danach bummelten wir weiter durch die Gegend, an Orten vorbei, die teilweise nur noch aus ein paar Häusern bestehen. Springfield, MO, die nächste größere Ortschaft ließen wir links liegen. Außer einem Wal-Mart, in dem wir uns für ein Picknick eindeckten, und der Tatsache, dass es Brad Pitts Geburtsort ist, hat die Stadt nichts zu bieten. Es soll einen Park geben, in dem Wild Bill Hickock während seiner Zeit als Sheriff in Missouri jemanden erschossen haben soll. Ja nun, das soll damals ja öfter vorgekommen sein. Das mussten wir nicht sehen.

Den nächsten Halt machten wir dann in Paris Springs, MO an der "Gay Parita Sinclair Station". Und nun sollten wir erfahren was es heißt, dass die Leute hier "full of talk" sind.




Gary und seine Tochter Jeanette erklärten uns beinahe jedes einzelne Stück in ihrem office. Sie signierten Bücher, malten uns Karten, damit wir uns an einer Ecke, an der ein Straßenschild gestohlen wurde  ja nicht (wieder) verfahren würden und boten an, uns vor dem Laden mit einer Route66-Flagge zu fotografieren. Wir erzählten von unseren Erlebnissen vom Vortag, vor allem von den netten Kanadiern, mit denen wir uns auf Anhieb so gut verstanden haben. "You will see them again." Nein, werden wir nicht, denn die beiden wollen ja in Richtung Süden nach Branson, MO fahren während wir weiter in Richtung Westen unterwegs sind. Gerade als ich von der schwarzen Corvette erzählte, die uns bis gestern schon einige Meilen begleitet hat, fuhren Ross und Vicky  draußen vor. Sie hatten bisher so viel Spaß auf der Route, dass sie beschlossen haben, erst morgen nach Branson zu fahren.

Insgesamt haben wir uns bestimmt 1 1/2 h nur hier bei Gary und seiner Tochter aufgehalten, so lustig war es dort.

Im Laufe der weiteren Fahrt sahen wir diese kleine Tankstelle in Spencer, MO.  Ich hätte nie gedacht, dass wir mal "Tankstellenhopping" betreiben würden, aber diese Gebäude haben einfach ihren eigenen Charme.
                                                                                                                                                                                                                                                 In Carthage, MO macht dieses Schild Werbung für eine Reifenwerkstatt. Ähnlichkeiten mit reisenden Personen sind rein zufällig.   :-)


Die Nacht verbringen wir in einem Drury Hotel in Joplin, MO. Die Kette kennen wir schon aus St. Louis und es gefällt uns auch hier wieder. In Joplin wütete im Mai ein schwerer Tornado, der 166 Menschen das Leben kostete. Die Spuren der Verwüstung sind in der Stadt noch deutlich sichtbar, doch vieles ist schon wieder im Aufbau bzw. auch schon wieder hergestellt. Wir nähern uns langsam der "Tornado Alley"; der Gegend Amerikas, die überdurchschnittlich oft von Tornados heimgesucht wird. Ooooops.







Freitag, 9. September 2011

Von St. Louis, MO nach Lebanon, MO

First of all a warm "Welcome" to Ross and Vicky, our new friends from Calgary, who we met yesterday. It's been a great pleasure for us to meet you and to have a drink together at Devil's Elbow Inn! We reached Munger Moss Motel in Lebanon and they saved us Room 66, isn't it amazing? Ramona, the owner, told us that everybody takes the wrong turn as we did yesterday. So don't worry.  :-)  Now we continue writing in german for our friends and relatives home in Germany. Enjoy the pictures (some might be the same as yours)!

So, Ihr Lieben daheim, auf unserer gestrigen Etappe durften wir erleben, was es wirklich heißt, auf der Mother Road unterwegs zu sein. So eine schöne Fahrt, auf der wir hübsche Gegenden durchquerten und nette Menschen trafen! Doch von Anfang an:

Wir starteten von Downtown St. Louis und fuhren zunächst durch Gegenden, die man abends besser meiden sollte. Doch mit einem Schlag erreichten wir das ländliche Missouri.  Was für ein Kontrast.

Es hieß wieder "giant alert"!


Wir hoffen, noch viele dieser niedlichen Werbefiguren entlang der Straße zu sehen.

Etwa 60 Meilen weiter besichtigten wir die Meramec Caverns, eine Höhle, die angeblich Jesse James und seiner Bande als Unterschlupf gedient haben soll. Seltsamerweise behauptet das jede Höhle hier im Umkreis. Unser guide Blake war ganz stolz darauf, dass Teile von "Lassie" und "Tom Sawyers Abenteuer" hier gedreht wurden. Zum Schluss inszenierte er eine handmade light&music show, die Amis freuten sich wie die Schneekönige über "God bless America", gespielt und illuminiert in einer Höhle.

Cuba, MO ist ein niedliches Nest entlang der Route 66, dessen Innenstadt mit herrlichen Wandbildern, "murals" genannt, dekoriert ist. Hier einige die wir während unseres Rundganges fanden:



Weiter ging es übers Land, entlang der Ausläufer der Ozark Mountains. Viel grün, die Interstate ist oft weit entfernt von der Original-Route, so dass wir auf dieser locker und bei herrlichem Sonnenschein einfach nur cruisen konnten.

In Fanning, MO steht neben dem US 66 Outpost der angeblich größte Schaukelstuhl der Welt.

An dieser Stelle trafen wir Ross und Vicky aus Calgary zum ersten Mal. Wobei ich mir sicher bin, dass uns ihre schwarze Corvette mit dem Nummernschild "RUTE 66" schon ein paar Tage zuvor in Pontiac, IL aufgefallen ist. Sie erfüllen sich einen lang gehegten Traum, der bereits in den 1960er Jahren geboren wurde, als in Nordamerika und Canada eine Fernsehserie über die Route 66 ausgestrahlt wurde. Nun sind sie "retired", haben also viel Zeit zum Entdecken. Wir überholten uns während der Fahrt immer mal wieder gegenseitig, was stets mit Winken und freundlichem Grüßen verbunden war. Plötzlich sahen wir die Corvette vor uns in einer Staubwolke verschwinden, wir waren beide von der eigentlichen Route abgekommen.  Gemeinsam schlugen wir uns zum "Devil's Elbow" durch, benannt nach einer tückischen Biegung des Big Piney River, in der die Flößer früher oft hängen blieben. Im benachbarten "Devil's Elbow Inn" kehrten wir gemeinsam ein, nahmen einen Drink zusammen und redeten, und redeten, und redeten.....So nette Leute.

Leider sieht man Ross auf dem ersten Bild nicht so gut. An der Decke hängen übrigens
B-H's, die Durchreisende gegen einen "Kurzen" eingetauscht haben. Man gut, dass ich keinen Schnaps mag.   :-)

Leider werden Ross und Vicky jetzt eine Woche in Branson, MO verbringen, so dass wir sie und ihre Corvette wohl nicht mehr treffen werden. Ross schreibt jedoch auch einen blog, so dass wir auf diese Weise verfolgen werden, was die beiden noch so erleben. Sie haben übrigens wie wir einen Schlumpf im Gepäck.

In Missouri ist die Route leider nicht ganz so gut beschildert, so dass wir uns ein zweites Mal richtig verfuhren und viel zu weit nach Süden kamen. Das war jedoch ein schöner Umweg, der uns durch Teile des "Mark Twain National Forest" führte. Eine landschaftlich tolle Gegend mit Farmen und Wäldern.

Irgendwo auf der Strecke fanden wir

Uns erzählt Gudi, dass sie häufig in Vegas war; jetzt haben wir aber den Beweis, dass sie sich tatsächlich ein 2.Standbein in den Ozarks aufgebaut hat. Süße, verrate uns das Geheimnis, wie du an die Green card gekommen bist!  *grins*

Ein weiteres Highlight unserer "real Route 66 experience"  war der herzliche Empfang im Munger Moss Motel in Lebanon, MO. Wir hatten zuvor ein Zimmer reserviert und angefragt, ob wir eventuell Room 66 bekommen könnten, in dem meine Eltern vor 14 Jahren ebenfalls übernachtet haben. Und als wir abends ankamen begrüßte uns Ramona, the owner: "You wanted to sleep in room 66, so I saved it for you." Mom und Dad, wir sollen euch ganz liebe Grüße ausrichten! Ramona bittet euch ausdrücklich ein Foto von euch zu mailen und eure Geschichte, wie es damals war, im Munger Moss zu übernachten. Ich habe ihr erzählt, wie sehr eure Augen heute noch strahlen, wenn ihr von diesem Motel, "a home away from home", erzählt. Such a cute little lady!

Zur Krönung schaltete sie sodann die Neonreklame an der Straße ein, was sofort mehrere Autos zum Anhalten brachte. Die Leute hielten an, um das Schild zu fotografieren. That's really vintage!












Donnerstag, 8. September 2011

St. Louis - Gateway to the West

Guten Morgen,

jetzt beim Schreiben sehe ich vom Hotelzimmer aus die Sonne über dem Mississippi aufgehen. Kitschig schön! Kaffee im Bett, Dirk schlummert noch und die Vorfreude auf das, was uns der neue Reisetag bringen wird. Great!

Doch erstmal zu gestern. Unser Hotel liegt so optimal, dass wir Downtown zu Fuß erkunden konnten. Zunächst sind wir zum Gateway Arch gegangen, der das Tor zum Westen symbolisieren soll. Hier brach 1803 die Expedition von Lewis & Clark auf, um im Auftrag des Präsidenten die unbekannten Weiten des Landes zu erforschen. St. Louis war auch Ausgangspunkt vieler Planwagentrecks nach Oregon;  die Dampfschiffahrt und die Eisenbahn machten die Stadt zu einem Hauptverkehrsknotenpunkt der USA.

Man muss sich in winzige 5-Mann-Kabinen quetschen, um im Inneren des Bogens zur Aussichtspalttform in 193 m Höhe zu gelangen. Dirk war ganz schön mulmig zu Mute, so ohne Worte habe ich ihn nur im letzten Jahr erlebt, als er bei der Übernahme unseres Wohnmobils realisierte, wie lang 31 ft tatsächlich sind.   :-)

Aber er hielt sich wacker und hätte sich bestimmt geärgert, ansonsten die Aussicht auf die Stadt verpasst zu haben. In der Mitte sieht man das Old Court House (das alte Gerichtsgebäude). Hier gibt es auch einige nette Gebäude, in die man ca. 650 Mitarbeiter "arrondieren" könnte:






Danach haben wir die Budweiser-Brauerei (Anheuser-Busch) besichtigt. Der größte Bierbrauer der Welt geht auf deutsche Einwanderer zurück. Eberhard Anheuser aus Bad Kreuznach wanderte 1842 in die USA aus und investierte in eine lokale Brauerei. Sein Schwiegersohn Adolphus Busch aus Mainz trat später dem Unternehmen bei. Dieser fuhr regelmäßig mit seiner Frau in die deutsche Heimat, wo er sich ein Sommerhäuschen zulegte. Dies Häuschen existiert heute noch und beherbergt eine Thearpieeinrichtung für Suchtkranke.   ;-)

  


Im Anschluss an die Besichtigung durften wir die Biere auch probieren. Die stellen hier doch tatsächlich ein Herbst-Bier mit Kürbisgeschmack her. Shock Top Pumpkin Wheat 
Ich mochte das.

Mom und Dad, die Kühltasche für Euch ist gekauft. Okay, es ist eher ein "Kühltäschchen", aber euer Modell gibt es leider nicht mehr.   :-(

Am frühen Abend sind wir mit der Metro zur Union Station gefahren. Im ehemaligen schlossähnlichen Bahnhofsgebäude sind Geschäfte, Imbisse und ein Hotel untergebracht. Hier soll immer was los sein. Leider zeigt sich anhand dieser Mall, wie hart die Finanzkrise St. Louis getroffen hat. Die Mehrzahl der Geschäfte musste schließen, es verirrten sich nur wenige Menschen dort hin. Schade, denn die Idee, ein historisches Geäude auf diese Art zu erhalten, ist sehr sympathisch.


Den Abend ließen wir dann bei Live-Music im Landry's Seafood ausklingen. Auf der Rückfahrt unterhielten wir uns am Bahnsteig mit einem Security-Mitarbeiter, der das Patentrezept für den Aufschwung der amerikanischen Wirtschaft hat: "They have to reduce the costs for fuel. Only this will help America's economy." Wow, warum berät dieser guy nicht den Präsidenten?